Montag, 1. Dezember 2014

Saskatoon - Ein Wintermärchen

Ich habe mich in den letzten Tagen vor allem darüber beschwert, dass es unglaublich kalt draußen ist und ich demzufolge mein Zimmer nur noch im allergrößten Notfall verlasse. Ein solcher Notfall tritt dann ein, wenn keine Bagels mehr da sind. Vom Hunger getrieben, habe ich also widerwillig das Haus verlassen und mich den eisigen Temperaturen von unter -20°C gestellt, die sich durch starke Eiswinde wie -35°C anfühlen (sagt die ofizielle Kanada Wetter Seite, ich übertreibe nicht).
Da letztes Wochenende auch ein bisschen die Sonne schien, wollte ich die Gelegenheit für ein paar Fotos nicht ungenutzt lassen. Insgeheim dachte ich natürlich vor allem: Wenn du heute keine Bilder machst, musst du demnächst wieder nach draußen - willst du dir das wirklich antun? 
Auf dem Campus ist man ein bisschen besser vor dem Wind geschützt und deshalb hat das Fotografieren auch mehr Spaß gemacht als der 10-minütige Fußmarsch zum Unigelände. Man darf sich aber von der Idylle nicht täuschen lassen, es war trotz Sonnenschein bitterkalt. So musste ich nach wenigen Minuten auch wieder meine Fäustlinge anziehen, denn es wurde offiziell dazu aufgefordert alle Extremitäten und auch Nase und Ohren gegen 'Frostbite' zu schützen, um eventuelleVerluste durch Erfrierungen zu vermeiden. Ja, das klingt gruselig, aber mittlerweile hat sich das Wetter wieder etwas entspannt. Und ich packe mich auch immer dick ein und verlasse das Haus nicht ohne Mütze, Schal und Handschuhe - versprochen!
Nun denn, genießt die Bilder! Ich möchte ja nicht umsonst gefroren haben. Bis bald!



 




Mittwoch, 19. November 2014

LA #2 Santa Monica & Hollywood

Wie im letzten Post versprochen, folgt heute Teil 2 zu meinem Kurztrip nach Los Angeles. Nachdem wir den richtigen Touri-Wahnsinn bei Warner Bros. und auf dem Walk of Fame abgehakt hatten, wollten wir etwas entspannenderes unternehmen. Daher sind wir einfach mal abseits des Hollywood Boulevards durch die Gegend geschlendert und ich hab ein paar Fotos von der Streetart und abgewrackten Gebäuden auf dem Sunset Boulevard gemacht. Da hat Hollywood sich von einer etwas interessanteren Seite gezeigt. Ich bin mir sicher, dass den meisten Touristen diese kleinen Flecken eher egal sind und gerade deshalb haben sie mich besonders angesprochen.
Eine Sache vermisse ich in Saskatoon besonders: das Meer. Daher wollte ich die Chance auf einen Ausflug zum Strand an der kalifornischen Pazifikküste auf keinen Fall verpassen. Kurzgesagt, nach eineinhalb Stunden Busfahrt konnte ich am Samstag endlich wieder Seeluft atmen. Ich hab mich gefreut wie ein kleines Mädchen als ich aus dem Bus ausgestiegen bin. Die Palmen in Santa Monica machen die ganze Ozeansache tatsächlich noch ein bisschen toller, da könnte sich Warnemünde doch etwas was von den kalifornischen Stränden abgucken. Ich hab sogar ein kurzes Video von den Wellen, die am Pier brechen, gedreht, damit ich mir es jetzt zu Hause in Saskatoon angucken kann und die Ostsee nicht mehr ganz so doll vermissen muss. Das Pier ist eine ziemliche Attraktion; Riesenrad und Achterbahn sind auch ganz hübsch anzusehen, mich hat das Wasser aber viel mehr interessiert und von tiefstem Herzen glücklich gemacht. Ich freu mich immer mehr auf Rostock. Eine meiner ersten Amtshandlungen wird darin bestehen, nach einer 20-minütigen S-Bahn Fahrt nach Warnemünde wie bescheuert am Strand entlang zu hüpfen.
Nach dem Strandausflug wollten wir uns an unserem letzten Tag nocheinmal dem typischen Touri-Programm zuwenden und sind daher mit dem Bus zum Griffith Observatory gefahren. Vom Observatorium aus hat man nicht nur einen der besten Ausblicke auf die Skyline von Los Angeles, sondern auch ziemlich gute Sicht auf das weltberühmte Hollywood Zeichen. Dank der Superzoom-Kamera, die mir mein lieber Vati vor der Abreise aus Deutschland gekauft hat, sehen die Fotos trotz einiger Distanz ziemlich ordentlich aus. Danke Papa.
Genießt die Aussicht und bis zum nächsten Mal!















 




Dienstag, 18. November 2014

LA #1 - Warner Bros. Studios & Walk of Fame

Letzte Woche hat uns die Uni eine Woche frei gegeben. Gerüchten zu Folge wegen der hohen Selbstmordraten unter gestressten Studierenden - klingt für mich tatsächlich nach einer realistischen Erklärung. Eigentlich hatte ich vor diese Woche ausschließlich zum Lesen und Essays schreiben zu nutzen, aber dann wäre ja der ganze Sinn dieser Auszeit vom Unialltag verloren gegangen. Also stattdessen: Ab nach Kalifornien! 
Insgesamt drei Flugzeuge musste ich besteigen und den USA mal wieder meine Fingerabdrücke zur Verfügung stellen, bevor ich am Donnerstag abend endlich in Los Angeles landen konnte. Da meine Freundin und ich nur wenige Tage dort verbringen würden können, hatten wir vorher schon geplant was wir alles sehen und miterleben wollten. Freitag widmeten wir voll und ganz den touristischen Hollywood Aktivitäten. Als erstes ging es zu den Warner Bros. Studios zu einer zweistündigen Tour, die jedes Film- und Serienjunkieherz höher schlagen lässt. Ich sage nur Gilmore Girls, Harry Potter, Batman und Friends. Ich habe in diesen 2 Stunden fast genauso viele Bilder geschossen, wie in den darauf folgenden 2 Tagen. Aber keine Angst, es gibt hier nur eine für normale Menschen erträgliche Auswahl. 
Nach der Studio Tour haben wir uns vor allem in der Gegend rund um den Walk of Fame aufgehalten und uns weitere Touristen Attraktionen angesehen. Ja, ich habe ein paar Sterne und Star-Fußabdrücke fotografiert. Und ja, es gibt wieder Harry Potter-Content. Ich konnte nicht anders - vielleicht Spätfolgen des Warner Bros. Fiebers, an dem ich ohne Frage während der Tour gelitten haben muss. In Teil 2 wird es Fotos vom Strand in Santa Monica und mehr aus Hollywood geben. Bis dahin, haltet die Ohren steif!















Montag, 13. Oktober 2014

Banff National Park

Am vergangenen Wochenende haben meine skandinavischen Freunde und ich einen weiteren Roadtrip gemacht. Es ging zuerst wieder in Richtung Drumheller und Calgary. Wir haben uns natürlich nocheinmal über die Dinosaurier und die weitläufige Prärie amüsiert. Nach circa acht Stunden Autofahrt sind wir schließlich wohlbehalten in Banff angekommen. Da es draußen schon stockduster  war, konnten wir noch nicht ganz erahnen wie unbeschreiblich schön die Rocky Mountains um uns herum am nächsten Morgen aussehen würden. Obwohl meine weiblichen Begleiterinnen aauf der Rückbank trotzdem schon ein bisschen ausgeflippt sind, als sie die ersten schwarzgrauen Bergschatten entlang des Highways im Nachhimmel zu Gesicht bekamen.

Insgesamt waren wir 40 internationale Studenten, die in Fünfer-Gruppen mit Leihwagen nach Banff gefahren sind um ein unvergessliches Wochenende in den Rockies zu verbringen. Das ganze hat so viel Spaß gemacht, dass ich ohne zu zögern jederzeit wieder zu einem Wochenendtrip wie diesem ja sagen würde. Und das obwohl ich heute den Muskelkater meines Lebens habe! Ihr wisst wahrscheinlich, wie sehr ich jegliche überflüssige körperliche Anstrengung verabscheue. Aber für die Eindrücke, die ich am Samstag mit meiner Kamera festhalten konnte, würde ich immer wieder ein paar Stunden anstrengen Wanderns ertragen. Zumal mein Empfinden bei unserem Wanderausflug auch in keinerlei Maß zu dem eines normal sportlichen Menschen steht. Ich habe also größtenteils (so gut wie) still vor mich hingelitten - abgesehen von einzelnen Momenten, in denen ich meinen Mitmenschen klarmachen musste, dass es besser wäre mich jetzt einfach mal ein bisschen in Ruhe zu lassen.
Am Ende hat es sich sowas von gelohnt, da werdet ihr mir anhand der spektakulären Fotos sicher zustimmen. Wir haben insgesamt zwei Touren gemacht, eine im Johnston Canyon und eine am türkisblauen Lake Louise. Zum Abschluss haben wir uns noch einige Minuten tiefster Entspannung in den Hotsprings in Banff gegönnt. Das 40°C heiße Wasser dort hilft schon ein bisschen zur Vorbeugung von Muskelkater, kann ihn aber leider nicht komplett abwenden.

Wenn ihr jemals die Chance habt, ein paar Tage in den Rocky Mountains zu verbringen, macht das unbedingt! Es ist so unbeschreiblich beeindruckend. Besonders natürlich im Kontrast zu der wirklich wwirklich flachen Prärie rund um Saskatoon. Auf dem Rückweg am Sonntag war das Gejammer im Auto ziemlich groß, wir waren uns alle einig: Wir wollen lieber hier bleiben, wenigstens noch ein paar Tage, wenn nicht sogar für immer. Wobei für mich letzteres nicht zur Debatte stand. Dafür hat mir noch das Meer gefehlt.
Lasst euch von den folgenden Bildern ein bisschen mit Reisefieber anstecken, bis bald!
Take care, everyone!